Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen - Herausforderung für Therapeuten

„Gesunder Darm, gesunder Mensch“ lautet ein bekannter Spruch, und so ist bei Erkrankungen des Verdauungstrakts immer auch der Allgemeinzustand des Betroffenen beeinträchtigt. Was schon für einen akuten Magen-Darm-Infekt gilt, zeigt sich ganz besonders bei zwei leider gar nicht so selten auftretenden und zugleich schwer behandelbaren chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.


So unterschiedlich im Detail die Symptome und Verläufe auch sein können: Beide Krankheiten haben auf der anderen Seite viele Gemeinsamkeiten, und gerade aus ganzheitlicher Sicht lassen sich für die Therapie Strategien entwickeln, die in beiden Fällen sinnvoll sind. Manchmal können die Erscheinungsformen einander auch so sehr ähneln, dass eine eindeutige Diagnose darüber, welcher der beiden Krankheiten vorliegt, nicht möglich ist.


Jeweils rund 150 von 100.000 Menschen in den westlichen Industrienationen sind an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erkrankt, wobei beide Geschlechter gleichermassen betroffen sind. Die ersten Symptome zeigen sich meist zwischen dem 15. und 40. Lebensjahr, beim Morbus Crohn gibt es auch einige Patienten, bei denen die Krankheit erst ab einem Alter von etwa 60 Jahren auftritt. Die Zahl der Neuerkrankungen weist in den vergangenen Jahrzehnten eine leicht steigende Tendenz auf. Besonders die Colitis ulcerosa, die früher vor allem in Nordamerika und Europa vorkam, ist inzwischen deutlich häufiger auch auf den anderen Kontinenten zu verzeichnen. Trotz intensiver medizinischer Forschungen ist nach wie vor unklar, welche Ursachen zugrunde liegen. Autoimmunprozesse sind wahrscheinlich, auch bakterielle Infektionen als Auslöser werden diskutiert. Insbesondere beim Morbus Crohn ist eine erbliche Veranlagung wahrscheinlich.




Morbus Crohn: die wichtigsten Eckdaten


Bei der Krankheit Morbus Crohn, deren Name auf den US-amerikanischen Magen- und Darmspezialisten Burrill Bernard Crohn zurückgeht, gilt als sicher, dass aufgrund einer Fehlsteuerung im Immunsystem die körpereigene Darmschleimhaut angegriffen wird. Dadurch kommt es zu Defekten in der natürlichen Barriere zwischen der Darmschleimhaut und den natürlicherweise im Darm lebenden Bakterien. Chronische Entzündungen vor allem im letzten Dünndarmabschnitt und im Dickdarm sind die Folge. Wobei allerdings auch Ausbreitungen auf den gesamten Magen-Darm-Trakt von der Mundhöhle über Speiseröhre, Magen und die verschiedenen Darmabschnitte bis zum After möglich sind. Das Problem: Durch die Entzündungen wird die Barriere noch weiter geschädigt, sodass sich ein Teufelskreis entwickelt.


Typisch für Morbus Crohn ist ein sogenannter segmentaler Befall, das heisst, dass sich zwischen entzündeten Darmabschnitten auch nicht befallene Areale befinden. Ausserdem ist die Krankheit durch Schübe gekennzeichnet, die meist mehrere Wochen andauern. 20 Prozent aller Betroffenen haben jedoch dauerhaft unter den Symptomen zu leiden. Kurzfristige Beschwerden, die insgesamt dem Erscheinungsbild von Morbus Crohn ähneln, lassen sich differentialdiagnostisch abgrenzen, wenn sie nach wenigen Tagen wieder verschwunden sind.


Die wichtigsten Symptome sind Bauchschmerzen und Durchfall, die sich nach dem Essen verstärken. Manchmal ist der Durchfall blutig, und in einigen Fällen tritt mässig hohes Fieber auf. Übelkeit und Erbrechen kommen ebenfalls vor. Angesichts des chronischen Verlaufs verwundert es nicht, dass Gewichtsverlust, verringerter Appetit und Anämie ebenfalls zu den Symptomen zählen.


Lebensbedrohlich wird die Erkrankung bei der Entwicklung eines mechanischen Ileus aufgrund der entzündlichen Schwellungen im Darminneren. Auch Fisteln sind eine gefürchtete Komplikation.


Diagnostische Klarheit bei Verdacht auf Morbus Crohn gibt unter anderem die Sonografie, mit der sich die verdickte Darmmucosa gut darstellen lässt. Im MRT und auch in der Koloskopie ist das typische sogenannte Pflastersteinrelief erkennbar.


Therapeutisch wird die Behandlung eines akuten Schubs unterschieden von der Remissionsbehandlung, wobei letztere zum Ziel hat, die Häufigkeit der Schübe zu verringern. Medikamentös werden im akuten Fall vor allem Glukokortikoide oft erfolgreich, aber mit den bekannten Nebenwirkungen eingesetzt. Vorbeugend zur Verhinderung weiterer Schübe ist die Gabe von Immunsuppressiva üblich, die allerdings ebenfalls schwere unerwünschte Nebenwirkungen haben können. Die chirurgische Entfernung betroffener Darmabschnitte ist unter Umständen zur Vermeidung von Fisteln oder Perforationen möglich. Eine Heilung wird dadurch aber nicht erreicht.



Colitis ulcerosa: die wichtigsten Eckdaten


Zwar ist die Colitis ulcerosa im Gegensatz zum Morbus Crohn auf den Dickdarmbereich beschränkt. Das heisst aber nicht, dass von einer weniger schweren Krankheit gesprochen werden kann. Auch die Colitis ulcerosa verläuft typischerweise in Schüben. Sie geht oft mit einer Geschwürbildung einher und verursacht neben Durchfall mit sichtbarem Blut und Fieber heftige, kolikartige Bauchschmerzen. Sehr belastend für die Betroffenen sind eine Stuhlinkontinenz sowie imperative Stuhlgänge und starke Blähungen. Bei einem akuten Schub sind bis zu 40-malige Stuhlgänge innerhalb eines Tages möglich. Die Kombination dieser Symptome ist dafür verantwortlich, dass der Allgemeinzustand schlecht ist und die Patienten an Gewicht verlieren. Die schwersten akuten Komplikationen sind eine Peritonitis und Perforationen. Mit der Dauer der Erkrankung steigt auch das Risiko für eine maligne Entartung. Die Colitis ulcerosa gilt deshalb als Präkanzerose für das kolorektale Karzinom.

Charakteristisch ist ein kontinuierliches Ausbreiten der Entzündung vom Mastdarm aus, wobei die Grenze zum Dünndarm nicht überschritten wird. Diagnostisch wird eine Darmspiegelung vorgenommen und ein Biopsat entnommen. Die histologische Untersuchung bringt Klarheit und ermöglicht in den meisten Fällen auch eine eindeutige Abgrenzung zum Morbus Crohn.


Für die schulmedizinische Therapie stehen mehrere Präparate im Vordergrund, die oral, rektal oder systemisch verabreicht werden. Mesazalin gilt in vielen Fällen als Mittel erster Wahl und zeichnet sich durch verhältnismässig geringe Nebenwirkungen aus. Bei akuten Entzündungsschüben wird unter anderem Cortison eingesetzt; TNF-alpha-Blocker können zur Immunsuppression genutzt werden. In schweren Fällen wird die chirurgische Entfernung des Dickdarms empfohlen. Diese Operation ist zwar ein sehr schwerer Eingriff und beinhaltet, dass ein Dünndarmabschnitt zu einem künstlichen Enddarm umfunktioniert werden muss, andererseits bietet sich dadurch aber die Chance, die Krankheit dauerhaft zu überwinden.


Mangelerscheinungen und Psyche behandeln


Bei beiden Krankheitsbildern kommen aufgrund der Resorptionsstörungen häufig Mangelversorgungen mit Nähr- und Vitalstoffen vor. Eine oft parenterale Supplementierung ist deshalb ratsam. Insbesondere bei Colitis ulcerosa kann es in Phasen heftiger Durchfälle zu einem übermässigen Verlust der Mineralstoffe Kalium und Natrium kommen. Kalzium und Vitamin D sollten grundsätzlich bei länger andauernder Cortisonbehandlung ergänzt werden. Blutungen begünstigen darüber hinaus einen Eisenmangel. Auch auf eine genügende Flüssigkeitszufuhr ist zu achten.


Gut geeignet zur Versorgung des Körpers mit wichtigen Bioaktivstoffen sind Vitalpilze. An erster Stelle stehen dabei der Reishi und der Maitake, da sie entzündungshemmend sowie ausgleichend auf das Immunsystem wirken und so die Fehlsteuerungen von Immunzellen verringern. Der allgemein stärkende Effekt des Reishi kommt besonders den durch ständige Blutverluste geschwächten Colitis ulcerosa-Patienten zugute. Auch der Hericium kann diversen klinischen Studien zufolge in vielen Fällen die angegriffene Darmschleimhaut beruhigen und ihren gesunden Wiederaufbau fördern.


Obwohl es einen anerkannt engen Zusammenhang zwischen Verdauungstrakt und Psyche gibt, wird die psychosomatische Bedeutung für den Krankheitsverlauf von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa von vielen Medizinern noch immer unterschätzt. Bei jedem Menschen haben emotionale Belastungen Auswirkungen auf die Darmfunktionen – stressbedingter Durchfall oder Bauchschmerzen als Folge von Sorgen sind allgemein bekannt. Dementsprechend kann eine schlechte psychische Verfassung auch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen die Symptome deutlich verstärken oder sogar einen Krankheitsschub auslösen. Deshalb ist es grundsätzlich immer sinnvoll, im Rahmen einer ganzheitlichen Behandlung auch die Psyche mit einzubeziehen, um den Verlauf der Krankheiten positiv zu beeinflussen. Auch hier kommen wieder in erster Linie der Hericium und der Reishi ins Spiel. Ihre beruhigende und ausgleichende Wirkung hat oft erstaunlich schnelle und gute Effekte auf das Allgemeinbefinden und die Intensität der Symptome. Auf jeden Fall kann eine psychotherapeutische Begleitung dazu beitragen, die aufgrund der Erkrankung auftretenden Ängste oder depressiven Verstimmungen zu lindern.



Berichte aus der Praxis - Peter Elster

Heilpraktiker, geprüfter Präventologe und Mykotherapeut


Wenn Patientinnen und Patienten mit Morbus Crohn oder Colitisulcerosa in meine Praxis kommen, bringen sie oft eine jahrelange Leidensgeschichte mit. Medikamentöse Behandlungen haben zwar bisweilen Linderungen gebracht, doch die Nebenwirkungen sind in vielen Fällen sehr belastend. Verständlicherweise ist die Hemmschwelle vor einer Operation gross. In der Vergangenheit konnte ich einige gute Erfolge in der Therapie dieser beiden Erkrankungen verzeichnen, wobei die Vitalpilze dabei eine herausragende Rolle einnahmen.


Zu den Vorteilen der Vitalpilze gehört, dass sie allgemein die Versorgung des Körper