Akute und chronische Gastritis – ein häufiges Magenleiden

Aktualisiert: 10. Jan.

Der Magen ist eines der zentralen Organe des Verdauungstrakts. Sein saures Milieu (pH-Wert 1 bis 2) stellt sicher, dass chemische Strukturen aus der Nahrung, insbesondere die Eiweisse, so aufgeschlossen werden, dass sie für den späteren Prozess der Nährstoffaufnahme in den folgenden Darmabschnitten optimal aufbereitet sind. Zudem werden durch die Säuren pathogene Keime mit grosser Sicherheit abgetötet. Zur Verhinderung einer Selbstverdauung verfügen die Epithelzellen in der Magenschleimhaut über einen speziellen Aufbau. Die Hauptzellen bilden die Pepsinogene, eine inaktive Vorstufe des Pepsins zur Eiweissspaltung. Zur Aktivierung wird Magensäure aus den Belegzellen benötigt – auf diese Weise und durch die Schleimproduzierenden Nebenzellen wird verhindert, dass der Magen selbst von Säuren geschädigt wird.



Verschiedene Faktoren jedoch können diesen Schutzmechanismus stören – vor allem nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), Alkoholabusus, Nikotin und Vergiftungen durch verdorbene Lebensmittel. Die typische Folge ist eine akute inflammatorische Reaktion. Als begünstigende Parameter, bisweilen sogar als alleinige Ursache, sind Stress, psychische Belastungen, Schocksituationen oder schwere Traumata zu nennen. Die Ausheilungschancen bei rechtzeitiger Therapie einer akuten Gastritis sind gut.


• Gastritis Typ A: Form einer Autoimmunerkrankung; der Körper wehrt eigenes Magenschleimhautgewebe ab (ca. 1 Prozent der Fälle)


• Gastritis Typ B: Bei dieser mit Abstand häufigsten Gastritis-Form liegt dem entzündlichen Prozess eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori zugrunde (ca. 80 bis 90 Prozent der Fälle)


• Gastritis Typ C: Ursache ist hier der Rückfluss basischer Gallenflüssigkeit über das Duodenum in den Magen (ca. 10 bis 15 Prozent der Fälle)


Nicht immer deutliche Symptomatik


Die Symptomatik kann bei Gastritis sehr unterschiedlich sein – vom asymptomatischen Verlauf bis hin zu gravierenden Beschwerden ist alles möglich. Typisch sind ein flaues Gefühl im Oberbauch, das sich nach dem Essen verstärkt, Inappetenz, Völlegefühl, Flatulenz, Übelkeit, bisweilen sogar Erbrechen. Grundsätzlich gilt: Die akute Gastritis verläuft tendenziell mit deutlicheren Symptomen als die chronische Gastritis.


Die Häufigkeit der Typ-B-Gastritis ist auf die hohe Durchseuchungsrate mit Helicobacter pylori in den westlichen Industrieländern zurückzuführen: Circa 60 Prozent aller Menschen über 60 Jahre sind Schätzungen zufolge mit dem Erreger infiziert. Längst nicht immer kommt es dabei jedoch auch zur Entwicklung einer Gastritis – die zugrunde liegenden Mechanismen für einen tatsächlichen Ausbruch der Krankheit werden derzeit noch erforscht. Es ist bekannt, dass Helicobacter pylori säureresistent ist und deshalb im Magen dauerhaft existieren kann – dank eines alkalischen Enzyms, das die Schleimhaut schädigt. Die typische Lokalisation der Typ-B-Gastritis ist der Bereich des Antrums. Oft ist der Verlauf asymptomatisch und der Befund wird nur zufällig im Rahmen einer gastrointestinalen Diagnostik (Gastroskopie) erhoben. Der exakte Erregernachweis kann dann mittels verschiedener Methoden erfolgen, wobei neben dem direkten Biopsienachweis vor allem der 13C-Harnstoff-Atemtest angewendet wird.


Schulmedizinische Therapiekonzepte


Die Schulmedizin behandelt auch asymptomatische Formen der Gastritis, da die chronische Form grundsätzlich die Gefahr von Komplikationen birgt – zu nennen sind hier vor allem das Ulcus ventriculi, aber auch Magenblutungen oder lebensbedrohliche Magenperforationen. Darüber hinaus ist das Magentumorrisiko bei Menschen mit nachgewiesenem Helicobacter pylori erhöht. Auch aus naturheilkundlicher Sicht stellt ein chronischer Entzündungsprozess eine im Hintergrund schwelende Dauerbelastung für den Organismus dar, sodass eine (kurative) Therapie angeraten erscheint.

Auf schnelle Wirksamkeit und weniger auf Kausalität ausgerichtet sind schulmedizinisch eingesetzte Medikamentengruppen wie Antazida zur Säurebindung oder Protonenpumpenhemmer beziehungsweise H2-Rezeptorenblocker, deren Wirkprinzip darauf beruht, die Magensäureproduktion zu drosseln, was die schmerzhaften Beschwerden lindert. Die Säurereduktion ist positiv für die Schleimhautregeneration, andererseits jedoch wird der Verdauungsprozess bei Säuremangel beeinträchtigt, die Nahrungsverwertbarkeit sinkt und die Gefahr einer Infektion mit anderen Keimen steigt.

Mit der Eradikationstherapie wird versucht, das Bakterium Helicobacter pylori zu bekämpfen. Üblicherweise werden für eine bis zwei Wochen Antibiotika und Säureblocker verordnet. Die Nachteile: Aufgrund von Resistenzbildungen liegt die Erfolgsquote bei derzeit nur noch rund 70 Prozent. Zudem ist unter anderem mit einer Darmdysbiose zu rechnen, die den Verdauungstrakt insgesamt eher schwächt und das Risiko einer Rezidiventstehung erhöht.


Psychische Komponente


Zwischen dem Verdauungstrakt und der Psyche bestehen enge Wechselwirkungen. Dementsprechend sollte nicht nur das erkrankte Organ selbst therapiert werden, sondern der ganze Mensch. Eine ganzheitliche Therapie hat das psychische Befinden mit im Blick und setzt hier gegebenenfalls regulativ mit an. Insbesondere ein gezielter Stressabbau – sei es durch Entspannungsverfahren, gezielte Bewegung oder Schulungen des Selbstmanagements – kann die Magengesundheit erheblich fördern, da das Stresshormon Adrenalin zu einer verstärkten Magensäuresekretion führt. Grundsätzlich gilt: Eine akute Gastritis heilt am besten aus, wenn die Therapie zielgerichtet nach möglichst frühzeitiger Diagnosestellung beginnt. Ein wesentliches Element ist eine magenfreundliche Schonkost, die bei chronischer Gastritis ohnehin zu empfehlen ist. Unmittelbar die Schleimhaut schädigende Substanzen wie NSAR, Alkohol, Tabak oder Kaffee sollten gemieden werden. Gleiches gilt für sehr fetthaltige und scharf gewürzte Speisen.


Regelmässig und ohne Hast eingenommene Mahlzeiten, gründliches Kauen und der Verzicht auf Getränke direkt beim Essen leisten ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Schonung und Gesundung des Magens.


Vitalpilze für die Magengesundheit


Im Wesentlichen sind es vier Vitalpilze, die bei Gastritis – und zwar sowohl bei der akuten Form als auch bei jeder der chronischen Varianten – zum Einsatz kommen könnten.


• Hericium: Dieser Pilz besitzt ein erhebliches Wirkpotenzial im gesamten Verdauungs-bereich. Besonders auf die Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt hat er positiven Einfluss, da er kräftigend und schützend wirkt und bei Defekten den gesunden Wiederaufbau fördert. Besonders bei der häufigsten Gastritis-Form, bei der chronischen Typ-B-Gastritis, sollte an den Hericium gedacht werden: Seine natürlichen antimikrobiellen Inhaltsstoffe können nachweislich den verursachenden Keim Helicobacter pylori hemmen. Und noch ein weiterer wichtiger Punkt unterstreicht die grosse Bedeutung dieses Vitalpilzes bei Erkrankungen des Verdauungstrakts: Auf der psychischen Ebene kann er Unruhe, Ängste und Spannungs-zustände lindern, ohne das unerwünschte Begleiterscheinungen wie Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche zu befürchten sind.


• Reishi: Dieser Vitalpilz verfügt über ein sehr breites Wirkspektrum, das von der Modulation des Immunsystems über eine nebenwirkungsfreie Schmerzlinderung bis hin zum vegetativ ausgleichenden und beruhigenden Effekt reicht.


• Cordyceps: Er wirkt ähnlich wie der Hericium ausgleichend auf die Psyche. Der zugrunde liegende Mechanismus ist die Regulierung der Adrenalinausschüttung. Dies führt dazu, dass die Magensäureproduktion unmittelbar gehemmt wird.


• Auricularia: In vielen Fällen ist auch dieser Vitalpilz sinnvoll einzusetzen. Er weist generell antientzündliche Eigenschaften bei Haut- und Schleimhauterkrankungen auf. Zudem regt der Auricularia die Durchblutung an, was im Bereich der Magenschleimhaut die Selbstheilung optimal unterstützen kann.



Berichte aus der Praxis


Bei Magenbeschwerden stehen vor allem zwei Vitalpilze im Fokus: Hericium und Reishi. Das zeigen auch die folgenden Fallbeispiele. Allerdings machen sie zudem deutlich, dass für eine ganzheitliche und langfristig erfolgreiche Therapie an einer Überprüfung und gegebenenfalls Änderung der Lebensgewohnheiten von der Ernährung über die Bewegung bis hin zum gezielten Stressabbau mit Entspannungsübungen kein Weg vorbeiführt.


Fallbeispiel 1:

Ein 28-Jähriger wendet sich zur ganzheitlichen Behandlung seiner zuvor von einem Schulmediziner diagnostizierten Gastritis an den Heilpraktiker. Der junge Mann hatte bereits vor zwei Jahren ein Ulcus ventriculi, das allerdings bereits vor einiger Zeit abgeheilt war. Im Anamnesegespräch stellt sich vor allen Dingen heraus, dass der Abteilungsleiter im Vertrieb eines expandierenden Mittelstandsunternehmens beruflich stark unter Druck steht und den dauernden Stress als sehr belastend empfindet. Er erkennt die aktuelle Gastritis als eine Art „Warnschuss“ und möchte versuchen, den Umgang mit den Belastungen des Alltags zu verändern. Es bedarf nicht viel Überredungskunst, ihn zur Anmeldung bei einem Kurs für Autogenes Training in der Volkshochschule seines Wohnorts zu bewegen, um gezieltes Entspannen zu üben. Ausserdem ist der Patient bereit, mehr als bisher auf regelmässige, in Ruhe eingenommene und ausgewogene Mahlzeiten zu achten und insbesondere jeden Tag zu frühstücken. Seinen Kaffeekonsum möchte er von circa sechs bis acht auf maximal drei Tassen pro Tag reduzieren. Aus dem Bereich der Mykotherapie werden Reishi- und Hericium-Extrakt verordnet.